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Länderprofil: China - Wirtschaft Stand: 07.05.2003

Allgemein Politik & Gesellschaft Wirtschaft Bildung & Wissenschaft
Gesamtwirtschaft
Wirtschaftssystem Offiziell bezeichnet sich die VR China als "Sozialistische Marktwirtschaft", in der Tat handelt es sich um eine Mischform aus Plan- und Marktwirtschaft, in der jedoch der privatwirtschaftliche Sektor zunehmend eine treibende Rolle übernimmt. Die chinesische Regierung benennt kein Zielsystem für die Wirtschaft, die Entwicklung folgt eher dem "chinesischen Pragmatismus"
Index of Economic Freedom (Index der Heritage Foundation zwischen 1,0 völlig frei bis 5,0 unfrei) 3,55 (2003)
"mostly unfree"

Quelle: Heritage Foundation
Währung Renminbi (RMB), wörtlich: Volkswährung

Der RMB ist in sehr engen Grenzen teilkonvertibel, eine volle Konvertibilität wird langfristig angestrebt, ein genauer Terminplan existiert jedoch nicht. Der RMB ist in geringen Schwankungsbreiten an den US$ gebunden (Dollar-Peg), Kurs RMB/US$ = 8,2778 (25.02.03)
Bruttoinlandsprodukt (BIP) nominal, Zuwachsrate des BIP BIP: 1,292 Billionen US$ (2002)
BIP-Wachstum: 8,0% (2002), Weltbank-Prognose für 2001-2005: 6,9%

Quelle: Weltbank, IWF, Deutsche Bank Research
BIP pro Kopf 1.000 US$ (2002), Prognosen: 1.082 (2003), 1.177 (2004)

Quelle: Deutsche Bank Research
Wirtschaftsleistung nach Sektoren (in % des BIP) Primärsektor: 15,2%
Sekundärsektor: 51,1%
Tertiärsektor: 33,6% (alle Werte 2001)

Quelle: Weltbank
Leistungsbilanz 2002: +25,8 Mrd. US$ (geschätzt)

Quelle: FAZ-Institut
Binnenwirtschaft
Staatshaushalt

Das Budgetdefizit liegt bei 3% des BIP

Die Verschuldung der öffentlichen Hand erreichte 2002 25,3% des BIP (im Vergleich 11,4% 1997)

Quelle Defizit: Weltbank

Inflationsrate -0,8% (2002), -1,4% (99) = Deflation

Quelle: Weltbank
Zentralbank People's Bank of China
Binnenwirtschaftliche Problemfelder

Sinkendes Wachstum: Die aktuellen Wachstumsraten werden im wesentlich durch große staatliche Infrastrukturinvestitionen und in Teilen durch eine gute Auslandsnachfrage erreichen, dies läßt sich u.a. auch an der negativen Preisentwicklung ablesen

Restrukturierung der Staatsunternehmen (SOEs). Ineffizienzen sollen abgebaut werden, ohne den sozialen Druck durch steigende Arbeitslosigkeit zu stark werden zu lassen. China hat noch ca. 170.000 Staatsunternehmen.

Wirtschaftliche Spaltung: Auseinanderklaffende Entwicklung zwischen den prosperierenden Küstenprovinzen und insbesondere den zentral- und westchinesischen Provinzen => Regierungsprogramm wurde initiiert

Geringe Konsumnachfrage bei hoher Sparquote, verursacht durch Sorge der Bevölkerung um mögliche Arbeitslosigkeit, fehlende Sozialversicherungen und hohe Ausbildungskosten für die Kinder

Reform des Finanzsektors: Sehr hohe "bad loans" (geschätzt mehr als 25% des gesamten Kreditvolumens); Schulden werden in sog. "Asset Management Gesellschaften" übertragen, teilweise wird die Umwandlung von Krediten in Beteiligungen versucht (Debt-Equity-Swap)

SARS-Epidemie: Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen sind noch nicht klar zu kalkulieren, aktuelle Schätzungen gehen von einer Reduzierung des Wirtschaftswachstums um wenige Zehntelprozent bis zu 2% aus. Einzelne Branchen wie Tourismus oder Regionen wie Peking sind stark betroffen.

Quellen: Weltbank, Deutsche Bank Research

Außenwirtschaft
Handel (Exporte, Importe) Exporte: 324 Mrd. US$ (2002), 195 Mrd. US$ (1999), wichtigste Exportziele sind Hong Kong (23%), USA (19%), Japan (17%), EU (14%)
Importe: 280 Mrd. US$ (2002), 166 Mrd. US$ (1999)

Quelle: Deutsche Bank Research
Ausländische Direktinvestitionen (FDI) 52,7 Mrd. US$ (2002), damit war China erstmals weltweit größtes Empfängerland für FDI

Quelle: Weltbank
Verschuldung im Ausland 191 Mrd. US$ (12/2002)
Quelle: Weltbank
Devisenreserven 286,4 Mrd. US$ (2002), zum Vergleich 155 Mrd. US$ (1999)

Quelle: Weltbank
Kreditwürdigkeit Standard & Poors: BBB/positive (langfristig); A-3 (kurzfristig) (04/2003)
Außenwirtschaftliche Problemfelder

Steigende Verschuldung zur Finanzierung binnenwirtschaftlicher Investitionsprogramme

Auswirkungen der SARS-Epidemie sind noch nicht genau kalkulierbar. Möglich ist die nur temporäre Beeinträchtigung von internationalen Handelsgeschäften, jedoch auch die langfristige Verunsicherung ausländischer Investoren.

Infrastruktur
Verkehr

Bahnstrecken: 70.100 km, ein Großteil der Bahnstrecken läßt nur Geschwindigkeiten unter 80km/h zu, Elektrifizierungsanteil nur 25%, 477 Mrd. Personen-km, 1926 Mrd. Tonnen-km (2001) ambitionierte Projekte (z.B. High-Speed-Verbindung Beijing-Shanghai)
Straßennetz: 1,7 Mio. km, 19.400 km Schnellstraßen, 4,7 Mio. Privat-PKW
Schiffbare Wasserwege: 121.500 km
alle Daten 2001

Quelle: China Statistical Yearbook 2002

Telekommunikation, TV

TV: 94,2% der Bevölkerung mit TV-Zugang (2001)
Telefon: 198 Mio. Festnetzanschlüsse, Penetrationsrate 15% (Mitte 2002), 176 Mio. Mobilfunknutzer, Penetrationsrate 13% (Mitte 2002); 2001 wurden ca. 20 Mrd. SMS-Nachrichten verschickt
Internet: 59,1 Mio. Nutzer (Ende 2002), davon 55% unter 25 Jahren alt, durchschnittlich 9,8 Stunden Nutzung pro Woche

Quelle: China Statistical Yearbook 2002, FAZ-Institut, CNNIC
Energieversorgung und Energieverbrauch

Energieverbrauch (2001): 1,32 Mrd. SKE, davon 67,0% Kohle, 23,6% Erdöl, 2,5% Erdgas, 6,9% Wasserkraft

Im Jahr 2002 tauchten erstmals seit 1997 wieder in 18 Provinzen Energieversorgungsengpässe auf. Zusammen mit der Wasserversorgung ist der Bereich der Energieversorgung eine zentrale Determinante für das weitere Wachstum Chinas.

Quelle: China Statistical Yearbook 2002, Weltbank

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