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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Mao und Stalin
Verriet Stalin 1945 die kommunistische Revolution in China? - Anja Jakob
IV. Die chinesische Revolution und die Großmächte:
Wer unterstützt wen?
A. Kollektive Sicherheit oder Revolution: Moskaus Position
Als 1934 der Chinesisch-Japanische Krieg begann, konzentrierte
sich die politische Linie der Komintern auf eine "gemeinsame antifaschistische
Front". Nachdem Stalin jedoch die Bedrohung erkannte, die von Hitlerdeutschland
ausging, begann er allmählich seine Politik der Feindschaft gegenüber
den westlichen kapitalistischen Demokratien – Großbritannien, Frankreich
und die Vereinigten Staaten – zu revidieren und versuchte zusammen mit diesen
"bourgeoisen" Demokratien gegen Deutschland und Japan zu kooperieren.
Die Siebte Kommunistische Internationale im Juli 1935 unterstrich
diese neue Linie, die so ganz entgegen der ultraradikalen Einstellung der Dritten
Internationale stand: Stalin rief nun zur Errichtung einer vereinten Front aller
Gruppen und Klassen auf, um Deutschland und Japan zu widerstehen. Hauptziel
dieser antifaschistischen Front war es, Großbritannien, Frankreich und
die Vereinigten Staaten zur Zusammenarbeit auf der Basis der kollektiven Sicherheit
mit der Sowjetunion zu bewegen, um gegen die faschistischen Mächte – Deutschland
und Japan – vorzugehen.
Moskau erkannte jedoch genau, daß eben diese kapitalistischen
Demokratien nur recht zögerlich einer Zusammenarbeit mit der Sowjetunion
zustimmten, solange die Komintern aktiv revolutionäre Bewegungen unterstützte
oder gar kommunistische Parteien nach Vorbild der KPdSU im Ausland aufbaute,
wie es etwa in China der Fall gewesen war. Um genau zu sein, Moskau und explizit
Stalin erkannte sehr genau den Widerspruch zwischen dem Anspruch der Etablierung
einer Weltrevolution einerseits und der zwingenden Zusammenarbeit mit den kapitalistischen
Demokratien gegen Deutschland und Japan andererseits. Unter diesem Aspekt ist
das Verhalten Rußlands während der chinesischen Revolution zu sehen.30
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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