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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Menschenrechte - universal oder kulturbedingt? Läßt sich eine gemeinsame Europäische Menschenrechtspolitik gegenüber repressiven Regimen formulieren? - Beispiel China
- Nicolas Kredel, Alexander Theodoridis
II. Die Menschenrechtssituation in den "repressiven Regimen" und
die gegenwärtige Menschenrechtspolitik der EU
3. Die offizielle chinesische Menschenrechtspolitik heute
Die oben erwähnte Politik der Kooperation auf internationaler
Ebene wurde in den neunziger Jahren ausgeweitet. China hat bis dato 17 internationale
Menschenrechtskonventionen unterschrieben28 ,
unter anderem mittlerweile die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte,
sowie die Internationalen Pakte für wirtschaftliche, soziale und kulturelle
Rechte und für politische und bürgerliche Rechte29 .
Dennoch wird bei jeder Ausübung von politischem Druck, seitens der westlichen
Ländern in Fragen der Menschenrechtssituation in China die offizielle Linie
Pekings durch die Argumente des Kulturrelativismus und des Nichteinmischungsverbots
in inneren Angelegenheiten nach Artikel 2, Absatz 7 der Charta der Vereinten
Nationen verteidigt30 .
Die aktuelle offizielle Position der chinesischen Regierung folgt
vier Grundprinzipien31 :
-
Die Verbreitung des Prinzips der demokratischen Konsultation
und die Bekämpfung des Machtmonopols in den Händen weniger Menschen.
-
Die Lösung der Differenzen zwischen den verschiedenen
Menschenrechtsauffassungen durch das Mittel des Dialogs und nicht der Konfrontation.
-
Die Behandlung der zwei Kategorien von Menschenrechten - politisch-bürgerlichen
auf der einen Seite und wirtschaftlich-sozial-kulturellen auf der anderen
– in einer ausgeglichenen Art und Weise, welche der qualitativen Gleichheit
aller Menschenrechte gerecht wird.
-
Die korrekte Behandlung der Beziehung zwischen Universalität
und Partikularität, und das Respektieren der Entscheidungen jedes Landes
die Menschenrechte zu schützen.
Das dritte und vierte Prinzip ist für China sicherlich von
hervorragender Bedeutung, denn es entsprach schon immer der chinesischen Linie,
die Wichtigkeit des Rechts auf Entwicklung und seiner gleichrangigen Position
mit den übrigen Menschenrechten zu unterstreichen. Als das Entwicklungsland
mit der größten Population der Erde, ist der chinesischen Regierung
völlig bewußt, daß Menschen, die vor Hunger sterben alle ihre
politischen und bürgerlichen Rechte für ein Stück Brot opfern
würden, um es salopp ausdrücken. Mit anderen Worten, die Wichtigkeit
der wirtschaftlichen und sozialen Rechte ist essentiell für die meisten
Menschen dieser Welt, den nur ein geringes Prozent lebt in relativ gesicherten
Nahrungsverhältnissen, um sich "Luxusgedanken" über weitere
Rechte zu machen32 .
Die offizielle chinesische Position betont auch immer, daß
die Menschen dieser Erde einen verschiedenen historischen und kulturellen Hintergrund
haben, und daß sie aus Ländern kommen mit höchst unterschiedlichen
Entwicklungsständen. Daher ist es auch natürlich, über verschiedene
Ansichten zu verfügen über die geeignetste Förderung und den
besten Schutz der Menschenrechte. Jedes Land sollte frei sein, seine eigenen
Prioritäten in dem Bereich der Menschenrechte zu haben, und zwar solche,
die am besten zu der jeweiligen Situation des Landes passen.
Die Volksrepublik China hat in den letzten Jahren enorme Schritte
auch in der Ausweitung des Dialogs mit westlichen Ländern und in der Kooperation
mit internationalen Organisationen unternommen33 .
Deswegen wird das Beharren einiger Länder, wie der USA oder früher
auch der Länder der Europäischen Union, auf eine Resolution in der
Menschenrechtskommission in Genf als höchst empörend empfunden. Es
ist einzig der Versuch, das empfindliche Thema der Menschenrechte zu politisieren,
um damit andere Ziele zu erreichen. Dabei wird immer wieder China beschuldigt,
Menschenrechte zu verletzen, trotz der enormen Vorschritte, die in den letzten
Jahren gemacht wurden. China agiert immer im Geist der zwei Internationalen
Pakte über politische-bürgerliche und über wirtschaftliche-soziale-kulturelle
Menschenrechte34
und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in denen es heißt,
daß die Ausübung der Menschenrechte nicht grenzenlos ist, sondern
beschränkt durch die Interessen der staatlichen Sicherheit, des Schutzes
der öffentlichen Ordnung und der Achtung der Rechte und Freiheiten der
anderen35 .
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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