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Projektgruppe Model United Nations, München 2000

Tibet oder die Minoritätenfrage in der Volksrepublik China - Sabine Krause

- Zusammenfassung -

Spricht man heutzutage von Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China, so ist neben den Vorgehensweisen gegenüber Oppositionellen sofort Tibet in aller Munde.

Was hat es mit der Tibetfrage auf sich, wie lauten die Argumente beider Seiten, sind Fragen, die in diesem Zusammenhang oft gestellt werden. Da beide Fragen in sich sehr komplex sind und sich die westliche Art und Weise sie zu diskutieren sehr von der chinesischen unterscheidet, soll in der vorliegenden Arbeit versucht werden, eine knappe Analyse der Tibetfrage zu geben, wobei im Zusammenhang dieser Arbeit ein stärkeres Gewicht auf die chinesische Sicht der Dinge gelegt werden soll.

Zum Verständnis der chinesischen Argumentationslinie ist eine Auseinandersetzung mit der historischen Entwicklung der Beziehungen zwischen China und dem Himalayastaat unerläßlich. Daher wird im Rahmen dieser Arbeit auch verstärkt auf diese Entwicklung eingegangen und die Beziehungen zwischen den beiden Staaten seit der Zusammenschließung mehrerer Gebiete zu Tibet im siebten Jahrhundert dargestellt. Durch alle folgenden Dynastien wird die Verbindung Tibets mit China bis in die heutige Zeit in ihren wichtigsten Etappen festgehalten.

Aber auch der heutigen chinesischen Art, internen Problemen wie der Situation in Tibet zu begegnen wird Rechnung getragen.. Die damit verbundene Problematik der Menschenrechtsverletzungen bleibt wegen ihres Umfangs in dieser Arbeit unerwähnt. Dank der Medienpräsenz des Dalai Lama, sowie protibetischer Organisationen ist das Vorgehen der Volksrepublik gegenüber Tibet seit Jahren bekannt, dokumentiert und somit in der Diskussion. Allerdings wird im besonderen die Problematik der Lamafindung und -berufung als wahrscheinlicher zukünftiger Streitpunkt erwähnt und auch auf die Gebietsfrage eingegangen.

Bei der Diskussion um Tibet wird oft vernachlässigt, daß es neben den Tibetern noch 55 andere Minderheiten in der Volksrepublik gibt. In der vorliegenden Arbeit wird auch auf diese anderen Minderheiten Bezug genommen. Ihre Größe, Sprache und vor allem Siedlungsräume werden erwähnt und auf die bereits seit Jahren in China existierende Gesetzgebung zum Thema Minderheiten verwiesen. Von besonderem Interesse in diesem Zusammenhang erschien der Autorin das Autonomiegesetz der Volksrepublik China von 1984. Nicht zuletzt die immer wieder ausbrechenden Unruhen in der westlichen Provinz Xinjiang haben die Notwendigkeit gezeigt, sich mit der Umsetzung der bestehenden Gesetzgebung zu beschäftigen, wenn man von der Minderheitenfrage in der Volksrepublik spricht.

Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG

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