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Chinas Menschenrechtsverständnis und -politik - Jörg Siegmund

    I     II     III     IV     V     VI     VII     Inhaltsverzeichnis des Artikels

Fußnote

 

  1. Müller, Sven-Uwe: Konzeptionen der Menschenrechte im China des 20. Jahrhunderts (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Hamburg, 274). Hamburg 1997, 16. Hierbei ist m.E. jedoch anzumerken, daß nicht alle Konzepte der Menschenrechte einen solchen Universalitätsanspruch erheben, da auch er sich nur aus einer ganz bestimmten Vorstellung der menschlichen Natur ergibt, nämlich derjenigen, die unterstellt, daß es eine universell gleiche Natur des Menschen, ein universelles Menschsein überhaupt gibt.
  2. Im christlich-abendländischen Kulturkreis steht der - laut christlichem Glauben von Gott nach seinem Vorbild erschaffene - Mensch im Mittelpunkt philosophischer Reflexion. Andere Völker widmen ihre philosophische Aufmerksamkeit hingegen bestimmten Naturvorgängen; was der gemeine Mensch ist, scheint belanglos.
  3. Heinz, Wolfgang S.: Menschenrechte, in: Nohlen, Dieter (Hg.): Lexikon der Politik. Bd. 4. München 1997, 351.
  4. Heilmann, Sebastian: China, der Westen und die Menschenrechte, CHINA aktuell 23 (1994), 145.
  5. Allerdings hat sich seit dem Ende der 1970er Jahre, verstärkt nach 1989 insofern ein Wandel vollzogen, daß auch von chinesischer Seite Bemühungen unternommen werden, ein solches eigenständiges chinesisches Menschenrechtskonzept zu erstellen. Siehe unten Kap. 4.3.
  6. Heinz, Menschenrechte, 350. Ausnahmen bilden hier v.a. Japan sowie Taiwan und Südkorea. Vgl. Heilmann, China, 146.
  7. In welchem Umfang das auch heute noch gilt, wird unten in Kap. 4.3. erörtert.
  8. Heilmann, China, 145.
  9. Ebd., 145.
  10. Gu, Xuewu: Von Mao zu Deng: Chinas Wandel von Totalitarismus zum Autoritarismus, Aus Politik und Zeitgeschichte 1995, Heft B 50, 47.
  11. Daß ein solcher Universalanspruch problematisch ist, wird mittlerweile in vielen wissenschaftlichen Publikationen zugestanden. Daraus folgt jedoch noch lange nicht, daß er praktisch aufgegeben wird, wie folgendes zitierwürdige Beispiel belegt. Im Tagungsbericht zum Deutsch-Chinesischen Menschenrechtssymposion 1993 wird ausgeführt: Auf der Tagung "war von Anfang an ... klar, daß mit der gegenseitigen Annäherung nicht ein gleichsames Aufeinanderzugehen gemeint war. Die Dialogbereitschaft der chinesischen Teilnehmer wurde vielmehr danach gemessen, ob und inwieweit sie das traditionelle westliche Menschenrechtskonzept auch und gerade für China akzeptierten." (Exner, Mechthild: "Ost ist Ost und West bleibt West" - zum Deutsch-Chinesischen Menschenrechtssymposion 1993, Verfassung und Recht in Übersee 27 (1994), 247.) In der Tat eine höchst seltsame Auffassung von "gegenseitiger Annäherung", von "Dialog(bereitschaft)", bei der sich nur eine Seite bewegen soll. Wieviel westliche Arroganz schwingt in diesen beiden Sätzen mit!
  12. Heinz, Menschenrechte, 349.
  13. "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn." - Bibel, Gen 1, 27.
  14. So das Recht auf Leben, Eigentum, Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Vgl. zu den drei Generationen Heinz, Menschenrechte, 349 f.
  15. Hierbei handelt es sich v.a. um Anspruchsrechte, weniger um die Abwehr staatlicher Maßnahmen.
  16. Darin enthalten sind das Recht auf angemessene Entwicklung, Frieden, Solidarität und Abrüstung.
  17. Selbst die eher kollektiven Rechte der dritten Generation werden auf den einzelnen Menschen zurückgeführt, er hat als Teil einer Gemeinschaft ein Recht auf deren Entwicklung, Leben in Frieden etc.
  18. Da es in dieser Arbeit nur um die Haltung der Volksrepublik China zu den Menschenrechten geht, wird im Folgenden lediglich der Aspekt der Respektierung der Menschenrechte von Individuen durch ihren Staat behandelt.
  19. Heinz, Menschenrechte, 354. Diese Grundeinstellung wird mitunter als "freiheitliche politische Kultur" verstanden, vgl. Heilmann, China, 147.
  20. Ebd., 147.
  21. Heinz, Menschenrechte, 351.
  22. Heilmann, China, 147. Art. 10 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verlangt demzufolge eine unabhängige Justiz.
  23. Heinz, Menschenrechte, 354.
  24. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die durch die konfuzianische Lehre geprägte chinesische Kultur. Nicht alle Aussagen müssen dabei notwendig im klassischen Konfuzianismus enthalten sein. Die Darlegungen beschränken sich naturgemäß auf Aspekte, die für die Menschenrechtskonzeption bedeutsam sind.
  25. Müller, Konzeptionen, 17.
  26. Heinz, Menschenrechte, 351. Hervorhebungen von mir. Vgl. auch Exner, Ost, 248.
  27. Ebd.
  28. Ebd., 257.
  29. Ebd.
  30. Müller, Konzeptionen, 17.
  31. Ebd., 18.
  32. Heinz, Menschenrechte, 352. Exner, Ost, 248.
  33. Heilmann, China, 145.
  34. Exner, Ost, 260 (Text und Fußnote 62). Heilmann, China, 145.
  35. Exner, Ost, 259 f. Müller, Konzeptionen, 51.
  36. Exner, Ost, 260 (Fußnote 62).
  37. Müller, Konzeptionen, 18 f. Hervorhebungen von mir.
  38. Heilmann, China, 145.
  39. Yahuda, Michael: Recent History (The Peple’s Republic of China), in: Europa Publications Limited (Hg.): The Far East and Australia 1999. London 301999, 236. Zu Dengs Reformen siehe unten Kap. 4.3.
  40. Exner, Ost, 248.
  41. Müller, Konzeptionen, 31.
  42. Ebd., 33.
  43. Heinz, Menschenrechte, 352.
  44. Heilmann, China, 145.
  45. Dies wird aber z.T. in der Literatur suggeriert, vgl. ebd., 145 f.
  46. Lawson, Edwar H. (Hg.): Encyclopedia of Human Rights. Washington 1991, 180. Exner, Ost, 248.
  47. Roetz, Heiner: China und die Menschenrechte: Bedeutung der Tradition und des Konfuzianismus, in: Paul, Gregor/Robertson-Wensauer, Caroline Y. (Hg.): Traditionelle chinesische Kultur und Menschenrechtsfrage. Baden-Baden 1997, 38.
  48. Lawson, Encyclopedia, 181.
  49. Heilmann, China, 146.
  50. Seymour, James D.: Human Rights in China, Current History 93 (1994), 258.
  51. Kosing, Alfred (Hg.): Marxistische Philosophie. Lehrbuch. Berlin 1967, 20 f. Hervorhebungen im Original.
  52. Heilmann, China, 146.
  53. Müller, Konzeptionen, 145.
  54. Ebd.
  55. Ebd., 146.
  56. Zu objektiven Gesetzen vgl. Kosing, Marxistische Philosophie, 297. Zu objektive Wahrheit vgl. ebd., 593-595.
  57. Ebd., 321.
  58. Müller, Konzeptionen, 148 f.
  59. Gu, Von Mao zu Deng, 38.
  60. Ebd., 39.
  61. Ebd., 43 f.
  62. Vgl. die von Deng Xiaoping 1979 verkündeten "Vier Grundprinzipien": (1) Führungsrolle der KPCh, (2) sozialistisches System, (3) Marxismus/Maoismus, (4) demokratische Diktatur des Volkes. Heilmann, China, 147.
  63. Ebd., 147.
  64. Müller, Konzeptionen, 155.
  65. Yahuda, Recent History, 237 f.
  66. Wan, Ming: Human rights and Sino-US relations: policies and changing realities, Pacific Review 10 (1997), 251. Yahuda, Recent History, 239.
  67. Müller, Konzeptionen, 178.
  68. Ebd., 179.
  69. Yahuda, Recent History, 239.
  70. Heilmann, China, 148.
  71. Yahuda, Recent History, 239.
  72. Wan, Human rights, 237 f.
  73. Heilmann, China, 148. Beispiele ratifizierter Konventionen siehe unten Kap. 5.1.2.
  74. Wan, Human rights, 238 f.
  75. Yahuda, Recent History, 240.
  76. Yahuda, Recent History, 240.
  77. Wan, Human rights, 240. Bernstein, Robert L./Dicker, Richard: Human Rights First, Foreign Policy 94 (1999), 43.
  78. Wan, Human rights, 240 f.
  79. Müller, Konzeptionen, 154 f. Siehe auch oben Kap. 4.3.
  80. Wan, Human rights, 241.
  81. Heilmann, China, 149.
  82. Young, Stephen M.: Post-Tiananmen Chinese politics and the prospects for democratization, Asian survey 35 (1995), 659. Heilmann, China, 149.
  83. Seymour, Human Rights, 258.
  84. Wan, Human rights, 245 - 247.
  85. Ebd., 245. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 659 f.
  86. Wan, Human rights, 248 f.
  87. Baratta, Mario von (Hg.): Der Fischer Weltalmanach 1999. Frankfurt am Main 1998, Sp. 143.
  88. Exner, Ost, 251. Heilmann, Sebastian: Die Menschenrechtslage und die Perspektiven eines Rechtsstaates in China, CHINA aktuell 28 (1999), 587. Die Ratifizierung des Zivilpaktes wurde jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt.
  89. Exner, Ost, 251. Seymour, Human Rights, 256.
  90. Heilmann, China, 145.
  91. Ebd.
  92. Exner, Ost, 250.
  93. Heilmann, China, 145.
  94. Exner, Ost, 247 f., 255.
  95. Heilmann, China, 145.
  96. Exner, Ost, 256.
  97. Seymour, Human Rights, 258.
  98. Heilmann, China, 146.
  99. Abgedruckt in Europa Publications Limited (Hg.): The Far East and Australia 1999. London 301999, 257 ff.
  100. Heilmann, China, 146 f. Die Verfassung stellt auf Staatsbürger als Träger der Menschenrechte ab. Die Staatsbürgerschaft wird allerdings wiederum an den Besitz der "Nationalität der Volksrepublik China" gknüpft. Vgl. Art. 33 Verfassung der VR China.
  101. Heilmann, China, 145.
  102. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 660.
  103. Lawson, Encyclopedia, 180.
  104. Exner, Ost, 249. Lawson, Encyclopedia, 181 f.
  105. Ebd., 183.
  106. Die katholische Kirche Chinas steht deshalb nicht unter der Autorität des Papstes. Auch tibetische Religionsführer im Exil sind von diesr Regelung betroffen.
  107. Hervorhebungen von mir.
  108. Seymour, Human Rights, 258.
  109. Heilmann, Menschenrechtslage, 587.
  110. Gu, Von Mao zu Deng, 47. Einen erschöpfenden Überblick über die Menschenrechtssituation gibt U.S. Department of State: China Country Report on Human Rights Practices for 1998 (26.02.1999), in: http://www.state.gov/www/global/human_rights/1998_hrp_report/china.php (Stand 04.01.2000). Auf Einzelnachweise für spezielle Aspekte in diesem Werk wird nachfolgend verzichtet.
  111. Heilmann, China, 147.
  112. Heilmann, Menschenrechtslage, 587 f. Gu, Von Mao zu Deng, 47.
  113. Heilmann, Menschenrechtslage, 588. Hervorhebungen von mir.
  114. Gu, Von Mao zu Deng, 38.
  115. Heilmann, Menschenrechtslage, 588.
  116. Baratta, Fischer Weltalmanach, Sp. 140 f.
  117. Gu, Von Mao zu Deng, 44 f.
  118. Heilmann, Menschenrechtslage, 587.
  119. Gu, Von Mao zu Deng, 45 f.
  120. Seymour, Human Rights, 257. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 659.
  121. Heilmann, China, 147. Heilmann, Menschenrechtslage, 588.
  122. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 660 f.
  123. Müller, Sven-Uwe/Pleiter, Dirk: Die Situation der Menschenrechte in der Volksrepublik China, in: Paul, Gregor/Robertson-Wensauer, Caroline Y. (Hg.): Traditionelle chinesische Kultur und Menschenrechtsfrage. Baden-Baden 1997, 76 f.
  124. Heilmann, Menschenrechtslage, 587.
  125. Müller, Situation, 77-80.
  126. Baratta, Fischer Weltalmanach, Sp. 141.
  127. Exner, Ost, 250. Heilmann, Menschenrechtslage, 588.
  128. Müller, Situation, 81 f. Heilmann, Menschenrechtslage, 587 f.
  129. Heilmann, Menschenrechtslage, 588.
  130. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 660.
  131. Bernstein, Human Rights, 43. Baratta, Fischer Weltalmanach, Sp. 141. Müller, Situation, 83-85.
  132. Ebd., 86.
  133. Ebd., 89.
  134. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 658.
  135. Baratta, Fischer Weltalmanach, Sp. 141. Müller, Situation, 75.
  136. Heilmann, Menschenrechtslage, 587. Hervorhebungen von mir. Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 658.
  137. Heilmann, China, 148.
  138. Gu, Von Mao zu Deng, 47. Seymour, Human Rights, 257. Wan, Human rights, 251.
  139. Heinz, Menschenrechte, 355.
  140. Sie sind "neither stupid nor incompetent." Young, Post-Tiananmen Chinese politics, 665.
  141. Auf die Interdependenz verweist Wan, Human rights, 241.
  142. Heilmann, China, 150.

 

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