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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Das Verhältnis zwischen der VR China und der Republik
China auf Taiwan gestern und heute - Markus Höhne
III. Die "zwei Chinas" - Phase der Konfrontation
bis Anfang der 70er Jahre
B. Rolle der USA 1950
Ende 1949, Anfang 1950 schien eine völlige Zerschlagung der
chinesischen Nationalen Bewegung durch die Kommunisten auch auf Taiwan, dem
letzten Rückzugsort der KMT, kurz bevorzustehen. Selbst die USA, die noch
1948 einen (letztlich vergeblichen)Vermittlungsversuch zwischen beiden Bürgerkriegsparteien
gestartet hatten, zeigten 1950 kein besonderes Interesse mehr an einer von ihnen
beeinflussten gesamtchinesischen Ordnung. Taiwan hatte im Augenblick keine strategische
Bedeutung für Amerika und wurde darüberhinaus, wie im Kairoer und
Potsdamer Abkommen vereinbart, als Teil Chinas angesehen. US-Präsident
Harry S. Truman erklärte die Haltung der USA am 5. Januar 1950 folgendermaßen:
"Die Vereinigten Staaten haben im Hinblick auf Formosa
oder andere chinesische Gebiete keinerlei Aneignungsabsichten. Die Vereinigten
Staaten haben derzeit nicht das Ziel, auf Formosa Sonderrechte oder Privilegien
zu erhalten oder dort militärische Stützpunkte zu errichten...Die
Regierung der Vereinigten Staaten wird keine Politik verfolgen, die zu einer
Verwicklung in den chinesischen Bürgerkrieg führen kann. Die Regierung
der Vereinigten Staaten wird ebenfalls den auf Formosa befindlichen chinesischen
Streitkräften keine Militär- oder Beraterhilfe gewähren."
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In dieser Situation kam der KMT-Regierung auf Taiwan der Ausbruch
des Korea-Krieges im Juni 1950 zur Hilfe. Mao Zedong entsandte die Volksbefreiungsarmee
nach Nord Korea, um das dortige Regime zuunterstützen. Daraufhin änderte
die amerikanische Regierung ihre Haltung bezüglich der Entwicklungen in
China radikal. Präsident Truman erklärte am 27. Juni 1950:
"Der Angriff gegen Korea macht...klar, daß der Kommunismus...jetzt
dazu übergegangen ist, unabhängige Nationen mit bewaffneter Invasion
und Krieg zu erobern. Unter diesen Umständen wäre eine Besetzung
Formosas durch kommunistische Streitkräfte eine direkte Bedrohung der
Sicherheit des pazifischen Raumes..."20
Das neue Ziel der amerikanischen Aussenpolitik in Bezug auf Asien
war fortan die Eindämmung des Kommunismus.21
Die VII US-Flotte wurde in die Straße von Taiwan befohlen, um alle Angriffe
auf Taiwan, aber auch um alle Militäraktionen der Republik China gegen
das Festland zu verhindern. Die Volksrepublik China wiederum bewertete diese
Aktion der USA als eine "bewaffnete Invasion in Taiwan" und als eine
Agression gegen chinesisches Territorium. Der oben schon angedeutete innerchinesische
Aspekt des Insel-Festland-Streites wurde so um einen internationalen Aspekt
der Krise erweitert.
"...the fact is the U.S. has been involved in the Taiwan
issue since 1950 ..., so the problem is not whether the U.S. is involved but
rather how it plays its role." 22
Amerika ist in den Augen Beijings bis heute maßgeblich dafür
verantwortlich, daß die Trennung Chinas auf beiden Seiten der Taiwan-Straße
noch nicht überwunden werden konnte.23
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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