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| Projektgruppe Model United Nations, München
2000 |
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Die Politik des Pragmatismus in der post-Mao Ära
– Wirtschaftliche Öffnung ohne politische Reform? - Henrik
Schillinger
VI. Schluß
Das chinesische Modell einer marktwirtschaftlichen Ordnung unter einem Einparteiensystem,
also wirtschaftliche Öffnung ohne politische Reform, steht im Gegensatz
zu Euckens Postulat von der notwendigen Zusammengehörigkeit von Marktwirtschaft
und Demokratie. Eine Abkoppelung der Marktwirtschaft von der Demokratie in sozialistischen
Länder führe entweder zum Scheiter der Reformen oder zur Auflösung
des Machtmonopols der sozialistischen Parteien.53
Die KPCh wird sich letztendlich zu wahren politischen Zugeständnissen durchringen
und auf ihr Machtmonopol verzichten müssen, auch wenn das Zurückgreifen
auf alte chinesische Ordnungsvorstellungen und die Wiederbelebung eines chinesischen
Nationalismus ihr noch für gewisse Zeit die Macht erhalten mag. Offen bleibt,
ob der Machtverlust der KPCh friedlich vonstatten gehen und zu einem liberalen,
demokratischen China führen wird.54
Die Alternative: Aufstände, Bürgerkrieg, die Etablierung einer neuen
Diktatur mit anderen Vorzeichen und eventuell die Auflösung der zentralen
staatlichen Ordnung in China. Die Zukunft Chinas steht also in der Kontinuität
einer alten Fragestellung der chinesischen Geschichte: Einheit oder Teilung
des Reiches, Ordnung oder Chaos.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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