 |
|
Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
 |
Die Institutionelle Strukur der Volksrepublik China und
ihre Abhängigkeit von personalpolitischen Konstellationen
- Jakob Hort
III. Ergebnisse
Durch die seltsame Mischung aus starrem System einerseits, und Institutionen,
deren Kompetenten nicht klar abgegrenzt sind bzw. sich laufend verändern oder
entwickeln, andererseits, kann das Politische System der VR China sich zu einer
Zeit durch eine hohe Dynamik und Flexibilität auszeichnen, zu anderen Zeiten
hingegen durch festgefahrene, verknöcherte und immobile Strukturen.
Dabei ist die personalpolitische Konstellation ausschlaggebend. Sind die Verhältnisse
und Hierarchien eindeutig geklärt, ist auch die letzte Entscheidungsgewalt immer
bei der höchsten Autorität. In diesem Fall hängt die Effektivität des gesamten
Systems sehr stark von der Qualität der Entscheidungen und der funktionierenden
Kontrolle ihrer Umsetzung ab. Eine starke Führung kann also durchaus für eine
dynamische Entwicklung sorgen (vgl. Deng Xiaoping, Jiang Zemin), bei einer schwachen,
aber ebenso unantastbaren Führung (vgl. Spätzeit unter Mao Zedong) kommt es
schnell, gerade auf den unteren Ebenen, zur Stagnation.
Sind die Verhältnisse nicht klar oder befindet man sich in Nachfolgestreitigkeiten,
hängt der Erfolg von dem Funktionieren der Strukturen ab, sei es durch eingespielte
Abläufe oder durch ein hochentwickeltes Institutionen- und Verwaltungssystem.
Auch hier kann es zu positiven Entwicklungen kommen, wenn nach Macht und Recht
gleiche, aber nach Fachgebiet unterschiedliche Institutionen in Wettbewerb zueinander
treten. Lähmend wirkt das Ganze wiederum, wenn es durch Machtkämpfe mit Koalitionsbildung
zu einer Erosion der Autorität und Legalität von funktionierenden Strukturen
und Institutionen kommt.
Dass die führenden Persönlichkeiten ihren maßgeblichen Einfluss von ganz unterschiedlichen
Posten ausgehend ausüben, liegt zum einen an der Struktur des Systems mit seiner
Parallelität von staatlichen Institutionen einerseits und Institutionen der
Partei andererseits. Zum anderen spiegelt es die innerparteilichen Auseinandersetzungen
wieder, die dafür sorgen, dass es in unterschiedlichen Gremien unterschiedliche
Mehrheiten für bestimmte Positionen gibt. So kann man wahrscheinlich auf die
Unterstützung durch die eigene Basis oder Anhängerschaft in einem bestimmten
Amt eher zurückgreifen als in einem anderen.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
|
 |