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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Institutionelle Struktur der VR China und ihre
Abhängigkeit von personalpolitischen Konstellationen
- Jakob Hort
I. Einleitung
Nach dem Zerfall der sozialistischen Systeme in Osteuropa ist die Volksrepublik
China der letzte weltpolitisch bedeutende sozialistische Staat. Das politische
und gesellschaftliche System Chinas kann aber nicht ohne weiteres mit denen
der anderen ehemals sozialistischen Ländern verglichen werden, nicht nur
aufgrund der ideologischen Basis oder des wirtschaftlichen Systems, sondern
auch aufgrund seiner Funktionsweise. Die wirtschaftlichen Reformen und die erstaunliche
ökonomische Entwicklung der letzten Jahre führten schließlich
auch zu einer geradezu paradoxen Situation für das politische System und
seine ideologischen Grundlagen:
"In China today, the coercion of the market is enforced by a repressive
state apparatus, whose functions include the disciplining of the workforce and
keeping social conflicts within bounds.[...] China`s socialist future, if there
is to be one, will not evolve from the existing sociopolitical system but rather
in popular resistance to it. [...] Such a socialist movement inevitably will
involve conflict with the Communist state, for Chinese capitalism is inextricably
bound up with the state and its repressive bureaucratic organs."1
Ich versuche im folgenden zu untersuchen, wie das Politische System der Volksrepublik
China und seine Institutionen aufgebaut sind und welche Rolle personalpolitische
Konstellationen darin spielen. Ein Ziel ist es, zu zeigen, welchen Einfluss
die personelle Struktur auf die Effektivität der Institutionen hat und
was bei der Besetzung von Ämtern ausschlaggebend ist. Bei meiner Darstellung
werde ich vor allem auf das Verhältnis von Staat und Partei eingehen, das
ja gerade in sozialistischen Systemen immer eine entscheidende Rolle spielt.
Ich beginne mit der Darstellung des Systems und seiner wichtigsten Institutionen,
dabei werde ich auch jeweils auf die ideologischen Grundlagen eingehen. In einem
zweiten Teil versuche ich dann (kurz), die Entwicklung des Systems und der Institutionen
unter der jeweils führenden Persönlichkeit zu verfolgen. Als Beispiele
hierfür nehme ich die Zeit unter Mao Zedong, die Ära Deng Xiaoping
und schließlich die Situation unter Jiang Zemin.
Ich werde mich dabei auf die Darstellung der Verhältnisse in Festlandschina
ohne Hong Kong und Macao beschränken.
Ich habe leider auf keine Literatur zurückgreifen können, die explizit
den Zusammenhang von System, Struktur und Person untersucht. Daher habe ich
versucht, diesen aus allgemeinen Darstellungen des Politischen Systems der Volksrepublik
China und seiner Institutionen und Darstellungen der chinesischen Geschichte
herzuleiten und mich dabei auf die neuere Literatur beschränkt.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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