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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Außenwirtschaftspolitik der VR China
- Uwe Böwer
II. Chinas Außenwirtschaft heute
A. Erklärte Ziele der chinesischen Außenwirtschaftspolitik
"Development of bilateral economic and trade relations with all
countries in the world is the basis of China‘s all-directional opening
policy and the priority of China‘s foreign trade and economic cooperation
policy."
Stellungnahme des chinesischen Ministeriums für
Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit6
1. Außenhandel
Die chinesische Regierung legt grundsätzlich Wert auf eine
ausgeglichene Handelsbilanz. In den frühen Jahren der Wirtschaftsreformen
wurde einem Einfuhrüberschuß mit dem gezielten Import solcher Güter
begegnet, die im Inland weiterverarbeitet werden sollten,um somit den Export
zu stärken. Inzwischen hat China freilich einen enormen Außenhandelsüberschuß
aufgebaut.
Um den Export weiter zu stimulieren, soll die Qualität der
Ausfuhrprodukte stetig gesteigert werden. Daher fördert die Regierung den
Wechsel von roh verarbeiteten Produkten hin zu hochwertigen Gütern im Exportbereich.
Um von staatlicher Seite aus für ausreichende Ausfuhrkredite und –garantien
zu sorgen, soll eine öffentliche Import- und Exportbank eingerichtet werden.
Durch ausgedehnten Export sollen weiterhin die nationalen Devisenreserven gesichert
und ausgeweitet werden.
In Peking ist man entschlossen, die Mittel und Praktiken des Handels
zunehmend zu diversifizieren. Flexibilität und Vielfalt sollen u.a. durch
Förderung von Naturaltauschgeschäften, Leasing, Kompensationshandel
und anderer innovativer Instrumente verstärkt werden.
Schließlich kommt den Handelskammern für Im- und Export
eine zentrale Bedeutung bei der Koordination der einzelnen Handelsaktivitäten
zu. In ein landesweites Informations- und Servicenetzwerk sollen demnach auch
andere Forschungs- und Beratungsinstitutionen eingebunden werden.
Auf die Frage der Senkung von Einfuhrzöllen soll an späterer
Stelle im Zusammenhang mit Chinas WTO-Beitrittsverhandlungen eingegangen werden.
2. Ausländische Direktinvestitionen
Ausländischen Geschäftsleuten ist es generell erlaubt,
in China zu investieren und auch wholly foreign-owned enterprises zu
gründen. Sie kommen in den Genuß besonderer steuerlicher Vergünstigungen
und Vorteile im Bereich der Landnutzung. Allerdings lenkt die Regierung diese
Investitionen sowohl in bestimmte Wirtschaftsbereich als auch in besondere geographische
Regionen des Landes.
In erster Linie werden Investitionen in Projekte der Landwirtschaftstechnologie,
in das Verkehrswesen und im Energiebereich gefördert. Allgemeiner formuliert,
sind Investitionen auf den Gebieten besonders erwünscht, in denen die Einführung
ausländischer Technologie die Lücke der im Lande fehlenden oder unterentwickelten
Produkte füllt und damit den eigenen Export stärkt. Aber auch auf
engergie- und ressourcensparende Technologien und andere Innovationen beim Umweltschutz
wird Wert gelegt.
Einschränkungen gibt es in den Bereichen, in denen bereits
mehrmals Projekte durchgeführt wurden und deren Bedarf schon gesättigt
ist - wo dies der Fall ist, entscheidet freilich die Regierung, und nicht der
Markt. Des weiteren dürfen solche Projekte nur begrenzt durchgeführt
werden, die sich mit traditionellen heimischen Produkten decken.
Gänzlich verboten sind Investitionen, die die Staatssicherheit
beeinträchtigen, der nationalen Wirtschaft und sozialen Entwicklung schaden
oder die Umwelt zerstören.
3. Chinesische Investitionen
im Ausland
In bezug auf chinesische Investitionen im Ausland betont Peking
das Prinzip von Gleichheit und gegenseitigem Nutzen. Die Regierung macht deutlich,
was sie sowohl von ausländischen Investoren in China als auch von chinesischen
Geschäftsleuten im Ausland erwartet.
Von zentraler Bedeutung ist hier der Respekt vor der Souveränität
des Gastlandes. Unter keinen Umständen dürfen durch die Investition
innere Angelegenheiten oder politische Bedingungen berührt werden. Die
jeweiligen Gesetze sind ebenso zu beachten wie landestypische Bräuche und
Gewohnheiten.
Vom chinesischen Investor wird weiterhin erwartet, nicht nur seinen
eigenen Gewinn zu maximieren, sondern auch das wirtschaftliche und soziale Wohl
des Gastlandes und Chinas im Auge zu behalten. Ferner sind sie aufgefordert,
sich durch ihre Tätigkeiten an der Vergrößerung der chinesischen
Devisenreserven zu beteiligen. Gleichzeitig wird aber auch die Notwendigkeit
zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb betont.
In den folgenden Sektoren sind chinesische Auslandsinvestitionen
besonders erwünscht: Verarbeitung und Montage, Entwicklung natürlicher
Ressourcen, Hochtechnologie und Wissenschaft sowie Dienstleistung.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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