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Die Außenwirtschaftspolitik der VR China - Uwe Böwer

  I     II     III     IV     Inhaltsverzeichnis des Artikels

I. Die Wirtschaftsgeschichte: China - eine Handelsnation ?

C. Mao Zedong: Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild

"Das chinesische Volk ist aufgestanden!"1

Mao Zedong 1949

Am 1. Oktober 1949 rief Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China aus. Die vorangegangenen Jahrzehnte waren durch einen ständigen Kriegszustand geprägt - die Kolonialisierung vieler Küstenstädte durch die Westmächte, der Chinesisch-Japanische Krieg von 1894/95, die Militärmachthaber-Periode (1912-1928), die KTM-Herrschaft (1928-1937)2 und schließlich die japanische Invasion und der anschließende Bürgerkrieg. Durch fehlende friedliche Verhältnisse als Voraussetzung für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung sowie die zersplitterten und dezentralen Herrschaftssysteme dieser Zeit blieb die Leistungsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft gering.

Das neue Regime übernahm 1949 eine Volkswirtschaft, die durch hohe Inflation und völlig unzureichende Infrastruktur stark geschwächt war. Unter der Führung Maos wurde ein Planungsapparat eingerichtet, der die Wirtschaft nach sowjetischem Muster zentral dirigieren sollte. War man in China einerseits beeindruckt von raschen Erfolgen der sowjetischen Industrialisierung, so spielte andererseits auch die enge politische und wirtschaftliche Bindung an Moskau als dem größten Lieferanten für Investitionsgüter eine zentrale Rolle.

In den frühen 50er Jahren erholte sich die Wirtschaft zunächst spürbar: Durch massive staatliche Anstrengungen wurden kriegszerstörte Industrien wiederaufgebaut, die Inflation ging zurück. Auch der Außenhandel weitete sich aus - wichtige Partnerländer befanden sich zu dieser Zeit insbesondere im sozialistischen Block.

Mao Zedong hatte der geschundenen chinesischen Seele ein Stück ihrer Identität alter Stärke zurückgegeben.

1958 kam es zum Bruch mit dem sowjetischen Vorbild. Mao erlegte der Wirtschaft ein neues Wachstumsprogramm3 auf, zu welchem gigantische landwirtschaftliche Kommunen gebildet wurden. So sollte die landwirtschaftliche Produktion innerhalb kürzester Zeit massiv gesteigert werden. Der Versuch endete in einer Katastrophe. Die Produktion wurde ineffizient und blieb weit hinter den ehrgeizigen Zielen zurück. Eine Kombination aus mißglückter Planung und schlechten Ernten führte in den Jahren 1960-1962 gar zu einer Hungersnot.

Der Außenhandel litt dramatisch unter den Entwicklungen. Der Gesamtwert der Ex- und Importe sank von 4,3 Mrd. USD (1959) auf nur noch 2,6 Mrd. USD (1962).4

Ebenso schädlich für Chinas Außenwirtschaft wirkte sich die "Große Proletarische Kulturrevolution" der späten 60er Jahre aus, in der rivalisierende Teile der kommunistischen Führung das Land abermals ins Chaos stürzten.

 
Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG

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