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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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China und Japan: Historische, wirtschaftliche und strategische
Beziehungen, insbesondere nach Ende des kalten Krieges - Miriam Clados
IV. Die Wirtschaftsbeziehungen
C. Finanzielle Kooperation
Daß die Macht, die sich durch die wirtschaftlichen Verflechtungen
gegenseitig abgetreten wird, nicht nur auf die Wirtschaft beschränkt bleibt,
zeigt Japans Verknüpfung von außenpolitischen Zielen mit der Gewährung
von Entwicklungshilfe. Die japanische Regierung hat ein starkes Interesse an
der politischen Stabilität der Volksrepublik, was durch die Verbesserung
des Lebensstandards der Bevölkerung und Förderung der Wirtschaftsentwicklung
gestärkt werden soll. Daß China besondere Ansprüche an eine
finanzielle und technologische Unterstützung Japans stellen kann, wird
von der Regierung in Beijing stets mit dem Hinweis auf die japanische Besetzung
Chinas betont. Obwohl zwar durchaus "Schuldgefühle" bei der Vergabe
offizieller Entwicklungshilfe eine Rolle gespielt haben, wird doch mit Blick
auf die Kreditverwendung offenbar, daß japanische Wirtschaftsinteressen
dabei nicht vergessen wurden. Neben entwicklungspolitischen Zielen waren mit
den staatlichen Entwicklungskrediten auch immer positive Nebeneffekte in Form
von Aufträgen und Lieferungen für japanische Unternehmen verbunden(vgl.Lit.10).
Außerdem wurde ein Kriterienkatalog bei der ersten Kreditzuteilung
1979 festgelegt der z. B. verbot, diese Kredite im militärischen Bereich
zu verwenden. Aufgrund des Zwischenfalls am Tiananmen-Platz 1989 und der gegenüber
China verhängten weltweiten Wirtschaftssanktionen erfolgte zunächst
ein Einfrieren des letzten Kreditpakets durch die japanische Regierung, die
allerdings bereits auf dem Wirtschaftsgipfel der G 7-Staaten im Juli 1990 eine
Lockerung der Kredite ankündigte. Dabei bewies Japan sein steigendes Selbstbewußtsein
gegenüber den anderen Industriestaaten, insbesondere den USA und zeigte
gleichzeitig, welch hohe Bedeutung es den bilateralen Beziehungen mit China
beimißt. Ein weiteres mal wurden die Kredite ausgesetzt, als China nicht
auf das Drängen Japans reagierte, die laufenden Atomtests im südpazifischen
Meer zu stoppen. Japan verband die Wiederaufnahme der Kreditvergabe mit der
Forderung nach mehr Transparenz im chinesischen Rüstungs- und Verteidigungshaushalt.
Obwohl die Suspension solcher Kredite China nicht wirklich treffen
kann und damit kein nachhaltig wirkungsvolles Instrument für eine erweiterte
Einflußsphäre Japans in China darstellt, sind sie doch zumindest
ein Ausdrucksmittel für Japans Interessen ( vgl.Lit.30). Dabei haben sie
China oft zum Einlenken gebracht, was zum Teil auch an dem weltpolitischen Druck,
der Japans Druck folgte, lag.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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