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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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China und Japan: Historische, wirtschaftliche und strategische
Beziehungen, insbesondere nach Ende des kalten Krieges - Miriam Clados
III. Die Verhältnisse nach dem Kalten Krieg
D. Die Rolle Chinas
Für China ist momentan das wichtigste außenpolitische
Ziel, ein langanhaltendes, stabiles und friedliches Umfeld zu schaffen und feste
Bindungen mit seinen Nachbarn zu erreichen. Unter dieser Voraussetzung kann
China seine Reformen, seine Öffnung und Modernisierung weiter vorantreiben.
Dabei nimmt eine freundschaftliche und andauernde Beziehung zu Japan einen hohen
Stellenwert in der chinesischen Außenpolitik ein. Aus diesem Grund verzichtete
China z.B. auch auf die Wiedergutmachungsschulden Japans nach dem zweiten Weltkrieg,
was individuelle Ansprüche aber nicht ausschließt. Japan hat eine
starke regionale und globale wirtschaftliche Rolle inne und ist gleichzeitig
dabei, seine politische Rolle weiter auszubauen. All das bereitet der VR China
Sorgen, da dies bedeutet, daß Japan innerhalb des erneuerten Sicherheitsvertrags
mit den USA auch eine Rolle entgegen Chinas Interessen, nämlich einem eigenen
Ausbau der Rolle innerhalb der Sicherheitsarchitektur, einnimmt.
Nach der "Öffnung" Chinas und dem anhaltenden Boom der
chinesischen Wirtschaft ist China sicherlich zu einem der interessantesten asiatischen
Staaten geworden. Obwohl das Tempo des Wachstums, angesichts der vielfältigen
und schweren internen Probleme nicht gleichmäßig verlaufen dürfte,
ist doch nicht zu erwarten, daß die Rückschläge, die mit Sicherheit
auftreten werden, wie z.B. die Asienkrise 1998, auf lange Sicht hin Chinas Aufstieg
zur wichtigsten Industriemacht der Region beeinträchigen wird (vgl.Lit.7;
S.5). Sein wachsender Einfluß, seine gesamte geostrategische und politische
Position bieten Herausforderung und Gelegenheit zugleich. Die Zunahme des chinesischen
Waffenpotentials ist für seine Nachbarn Grund zu hoher Aufmerksamkeit.
Dies ruft vorallem die USA auf den Plan, die derzeit, als einzig noch übriggebliebene
Supermacht, immer wieder neu versuchen, ihre Politik gegenüber China, einerseits
durch Zurückdrängen und andererseits durch Integration, zu definieren.
Die politische Führung Chinas kann von sich selbst behaupten,
bemerkenswerte diplomatische Beziehungen seit dem Zwischenfall am Tiananamenplatz,
der China für kurze Zeit in die völlige Isolation verbannte, aufgebaut
zu haben. Allerdings hängt, weltpolitisch gesehen, viel vom chinesischen
Umgang mit den eigenen internen Problemen ab.
All dies verschafft der VR China ein großes global-politisches
Gewicht. Japan hat sich auf diese veränderte Situation einzustellen und
kann nicht ausschließlich an den USA festhalten, da dies zwangsläufig
zu einer antagonistischen Gegenüberstellung der beiden Staaten führen
würde.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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