 |
|
Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
 |
China und Japan: Historische, wirtschaftliche und strategische
Beziehungen, insbesondere nach Ende des kalten Krieges - Miriam Clados
III. Die Verhältnisse nach dem Kalten Krieg
A. Die Ausgangslage
Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Zerfall der Sowjetunion
hat sich auch in Asien die politische und strategische Landkarte grundlegend
geändert. Eine neue multipolare Ordnung ist entstanden, die vorallem von
den USA, China, Japan und Rußland geprägt wird. Die überragende
Bedeutung des amerikanischen Nuklearschirms für die Sicherheit und Stabilität
ist weggefallen. Der Rückgang des amerikanischen Einflusses zeigt sich
in dem Rückzug amerikanischer Truppen von den Philippinen und in dem gewachsenen
Selbstbewußtsein Asiens in Bezug auf die Frage der Menschenrechte und
Demokratie. Dieser Rückgang der amerikanischen Präsenz und die weitgehende
Unfähigkeit Rußlands, eine Rolle als Ordnungsmacht in Ostasien zu
spielen, lassen neue Freiräume entstehen, die derzeit zumeist von China
gefüllt werden (vgl.Lit.6;S.384). Chinas Wirtschaft wächst mit ungebrochener
Dynamik und mit ihr das militärische Potential des Landes. Das neugefundene
Wissen um die eigene Stellung zeigt sich auch in einer größeren Konfliktbereitschat
mit den USA und einer allgemein wachsenden pan-chinesischen Idee und der allmählichen
Rückbesinnung auf asiatische Werte. Dies wird zwar selbst in Asien und
nicht zuletzt in Japan mit zunehmender Unruhe beobachtet, macht aber allen Akteuren
der Region die zentrale Bedeutung der Volksrepublik China für die künftige
Entwicklung in der Region klar.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
|
 |