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China und Japan: Historische, wirtschaftliche und strategische Beziehungen, insbesondere nach Ende des kalten Krieges
- Miriam Clados

  I     II     III     IV     V     VI     VII     Inhaltsverzeichnis des Artikels

II. Ein Überblick bis 1989

C. Die Normalisierung von 1972 bis 1989

Das Verhältnis der beiden Nachbarn verbesserte sich dadurch zwar nicht schlagartig, aber es erfolgte doch eine allmähliche Annäherung, die ihren sichtbaren Ausdruck in dem 1978 besiegelten Friedens- und Freundschaftsvertrag fand. Von nun an kam es wieder zu intensiven Kontakten auf allen Ebenen, namentlich im kulturellen Bereich bei dem Austausch von Wissenschaftlern und Studenten. Vor allem aber florierten die Wirtschaftsbeziehungen, die für beide Staaten die eigentliche Triebkraft für die Verständigung zu sein schienen. Dabei ging es China vorallem um den Transfer japanischer Technologie, Kredite und Investitionen, während Japan das Festland als Rohstofflieferant und Absatzmarkt umwarb.

So sehr sich die beiden Partner einerseits in wirtschaftlicher Hinsicht ergänzen und die Voraussetzungen für gute Beziehungen gegeben waren, so sehr waren und sind diese Beziehungen auch noch durch die Vergangenheit belastet. Dies zeigt sich sehr deutlich an der Entwicklung in den 80er Jahren, in der es trotz ständiger verbaler Bekundungen der traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn von Seiten der chinesischen Regierung nicht gelang, die in der Bevölkerung verwurzelten Vorurteile gegen die Japaner zu zerstreuen. Ein Beispiel dafür bietet z.B. die Brüskierung Chinas anläßlich des Gedenken hoher japanischer Politiker am Yasukuni-Schrein, in dem traditionell der Kriegsopfer des japanisch-chinesischen Krieges gedacht wurde. Die Empörung Chinas gründete insbesondere darauf, daß seit Ende der 70er Jahre auch die Hauptkriegsverbrecher der chinesisch-japanischen Kriege formell in den Ritus miteinbezogen wurden. Der Besuch löste antijapanische Demonstrationen, vorallem geführt durch chinesische Studenten aus. Die Verehrung der gefallenen Soldaten deuteten viele Chinesen als Zeichen für versteckten Militarismus, was die Angst in China vor einem Wiederaufkommen japanischen Militarismus schürte. In die selbe Kategorie fallen der Schulbuchstreit (1982), in dem ein Streit über die verharmlosende Darstellung der japanischen Kriegsvergangenheit in japanischen Schulbüchern für heftigste Kritik von Seiten Chinas sorgten, sowie die scharf kritisierten Erhöhungen der japanischen Verteidigungsausgaben über 1% (1987)(Lit.8;S.725).

 

Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG

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