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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Das Verhältnis zwischen der Volksrepublik China
und der Europäischen Union - Christoph Schiffer
I. Die Beziehungen der VR China und der Europäischen Union
auf politischer Ebene
F. Hongkong und Macao
Am 1. Juli 1997 kehrte die britische Kolonie in China, Hongkong,
zurück unter chinesische Verwaltung. Dabei gab es große Differenzen
zwischen China und Großbritannien, vor allem, weil sich China über
Vereinbarungen mit Großbritannien hinwegsetzte, das Parlament dort auflöste
und Peking-treue Beamte einsetzte. In letzter Zeit setzte sich die chinesische
Zentralregierung sogar über ein Gerichtsurteil des höchsten Gerichts
Hongkongs hinweg. Mit der versprochenen Übergangszeit und der großzügigen
Autonomie ist es also nicht weit her. Einzig wirtschaftlich behält Hongkong
seinen Sonderstatus bei, denn, das weiß auch die Zentralregierung in Peking
zu schätzen, machte doch schon vor der Rückgabe der Handel mit Hongkong
einen beträchtlichen Teil des chinesischen Im- und Exports aus (1997: 15,6%
= 2. Platz hinter Japan mit 18,7% am Gesamthandel Chinas32 ).
Schließlich kehrte auch Macao am 20. Dezember 1999 unter
chinesische Verwaltung zurück, bis dato noch portugiesische Kolonie. China
hat Macao für 50 Jahre einen "großen Grad an Autonomie" versprochen.
Wie für Hongkong soll auch für Macao das Prinzip 'ein Land, zwei Systeme'
gelten. Artikel zwei des basic law, des von Portugal und China vereinbarten
Grundgesetzes für Macao, gewährt der einstigen Kolonie und ihren rund
430 000 Einwohnern 'unabhängige' Exekutive, Legislative und Justiz.
Anders als im Falle der ehemals britischen Kolonie Hongkong gab
es zwischen Portugal und China keinen Streit über den Modus der Machtübergabe.
Die Portugiesen hatten sich Macao vor mehr als vierhundert Jahren nicht mit
Waffengewalt einverleibt, sondern schon 1557 hatten portugiesische Händler
einen Pachtvertrag mit den chinesischen Behörden geschlossen. Portugal
wollte eigentlich schon 1974, nach der sog. Nelkenrevolution, Macao wieder an
China abtreten, allerdings war China noch nicht bereit dazu und noch damit beschäftigt
die Folgen der Kulturrevolution zu verarbeiten. Der offizielle Status Macaos
wurde so festgelegt: Macao war chinesisches Territorium unter portugiesischer
Verwaltung. Offiziell war diese kleine Enklave also gar keine portugiesische
Kolonie mehr. Macaos Parlament wird, anders als 1997 in Hongkong, nicht aufgelöst,
sondern es wird die Legislaturperiode bis 2001 fortsetzen. Es bleibt jedoch
abzuwarten, ob sich China an die Vereinbarungen mit Portugal halten wird.33
Diese beiden Sonderverwaltungszonen (SVZ) haben für die EU
als ganzes keine so überragende Bedeutung, wohl aber für die beiden
Mitgliedsländer Großbritannien und Portugal, die natürlich insbesondere
ihren Staatsangehörigen verpflichtet sind. Die offizielle Haltung der EU
lautet wie folgt:
"Die EU erachtet die kontinuierliche Verbreitung von verschiedenen
Meinungen durch Medien und andere Kanäle in den SVZ als gesundes Zeichen
von politischer Reife. Die EU wird weiterhin sehr interessiert den weiteren
Wahlprozess in Hongkong beobachten, mit besonderer Aufmerksamkeit hinsichtlich
der Etablierung eines allgemeinen Wahlrechts."34
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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