LOGO CHINAFOKUS
   Berlin: 14:42   Peking: 20:42 Impressum | Kontakt | Sitemap 
Stichwortsuche
LOS
THEMENFOKUS
Galerie
BRANCHENFOKUS
REISEN
BÜCHERFOKUS
CHINAGRUSS

Olympia-Special Beijing 2008



Letzte Zuflucht Schanghai

    THEMEN > Recht & Politik >
Projektgruppe Model United Nations, München 2000 The world belongs to all

Die sino-russischen Beziehungen nach dem Ende des Kalten Krieges - Christina Wegener

  I     II     III     IV     V     VI     Inhaltsverzeichnis des Artikels

III. Argumente für die Kooperation

B. aus der Sicht der Russischen Föderation

Die russische Föderation ist im Moment - und war in den letzten Jahren - in erster Linie darauf bedacht, innenpolitische Stabilität wiederherzustellen und wirtschaftlichen Krisen aus dem Weg zu gehen. Weder hat es die militärische Macht noch den Willen zu einer Expansion in Ostasien29.

Generell ist festzustellen, daß Moskaus Politik gegenüber Beijing weit weniger konzeptionell gestaltet ist, teilweise erscheint sie sogar unberechenbar. Es sind häufig kurzfristige Motivationen (z.B. finanzielle Gewinne aus Waffenexporten), die das Land von der Vorteilhaftigkeit einer sino-russischen Beziehung überzeugen.

Führende Persönlichkeiten im Kreml erklären, daß der hohe Stand und der vielschichtige Charakter der russisch-chinesischen Beziehungen ein wichtiger Faktor der Festigung von Frieden und Stabilität nicht nur in der asiatisch-pazifischen Region, sondern auf der ganzen Welt seien30.

Die russischen Motive sind in erster Linie finanzieller Natur: Im Gegensatz zu der relativ kleinen Summe, als die der Handel mit Rußland in der chinesischen Außenbilanz auftaucht, ist Chinas Platz in Rußlands Handel weit signifikanter. Seit der Machtübernahme Gorbatschows ist China - 1985 noch an 17. Stelle - Mitte der Neunziger zum zweitgrößten Handelspartner der Föderation geworden. Auch die Waffenexporte an China brachten finanzielle Vorteile. Seit 1990 sind die Verkäufe enorm gestiegen. Die Volksrepublik ist mit Waffenkäufen im Wert von 1,8 Mrd. US $ jährlich Rußlands größter Abnehmer. Zusätzlich sieht Moskau im ausgedehnten Waffenhandel einen Schritt auf dem Weg zu einem strategischen Bündnis. Insbesondere in Hinblick auf die dadurch zu erreichende Stabilisierung Zentralasiens würde Rußland so im doppelten Sinne von dem Geschäft profitieren.

Die Möglichkeiten des chinesischen Markts bieten Rußland weitere Chancen. Um nur ein Beispiel zu nennen, beteiligt sich das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation an Air China-96 (einem internationalen Luft- und Raumfahrtsalon), und laut einer Prognose31 wird China in den nächsten 20 Jahren 1270 Zivilflugzeuge benötigen (1997 waren es 438). Ein weiteres Projekt vor diesem Hintergrund ist die Zusammenarbeit in der Raumfahrt bis 2005.

Aber die russischen Motive lassen sich nicht ausschließlich auf wirtschaftliche Aspekte reduzieren. Die Russische Föderation teilt den chinesischen Wunsch, den böswilligen Kräften des Westens einen Riegel vorzuschieben. Insbesondere sollen die Bestrebungen der USA (in den Augen Rußlands zielen diese "auf die ungeteilte Weltführerschaft gestützt auf ihre NATO-Führerschaft ab"32) gebremst werden. Rußland sieht die Volksrepublik hierin als geeigneten Verbündeten. Rußlands Skepsis gegenüber der NATO-Osterweiterung33 verstärken diesen Wunsch. Russische Autoren34 beschreiben den Untergang der Sowjetunion als gezielte Aktion des Westens. Die logische Folge aus dieser Auffassung ist die Forderung nach konsequenter Umorientierung nach Osten und nach Zusammenarbeit mit China. Im Übrigen wird von dieser Seite betont, daß das gemeinsame historische Schicksal (den G735 gegenüber zu stehen) die nationalstaatlichen Interessen der beiden Länder zwangsläufig aneinander annähert.

Als verläßlichen Faktor für die Zusammenarbeit kann Beijing großes Potential für die Partnerschaft zur Eindämmung der westlichen Vormachtstellung in Rußlands Unzufriedenheit mit dem Mangel an Respekt im Westen gegenüber Rußland als Großmacht sowie in dem Kremlwunsch nach Aufrechterhaltung der Großmachtstellung sehen.

 
Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG

Oben
CHINAFOKUS ist ein Service der INSIDE A Communications AG
© 2000-2009 / INSIDE A         Impressum, Nutzungsbedingungen
Zum Artikel
Zusammen-
fassung

Inhaltsverzeichnis
Projektgruppe NMUN

Zum Thema
Artikel/Beiträge Mao und Stalin