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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 The world belongs to all

- Christina Wegener

  I     II     III     IV     V     VI     Inhaltsverzeichnis des Artikels

II. Die Entwicklung der bilateralen Beziehungen nach 1989

D. Die Rolle der USA in den chinesisch-russischen Beziehungen

Die sino-russische Kooperation scheint zum großen Teil auf den jeweiligen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu basieren. Das heißt sie ist abhängig von dem strategischen Dreieck Moskau-Beijing-Washington und teilweise auch von dem Viereck der genannten Staaten und Japan. So waren es unter anderem die nach dem Juni 1989 verschlechterten Beziehungen zu Washington, die die chinesische Führung dazu brachte, ideologische Differenzen bei Seite zu legen und freundschaftliche Beziehungen zu Moskau zu etablieren. Auch hat der von den Amerikanern geführte Sieg über den Irak die Affinität zwischen Rußland und China erhöht. Denn er bewies die ausschlaggebende Rolle der westlichen Macht in der Weltpolitik, gegen die sich das Bündnis zwischen Moskau und Beijing indirekt wandte. Vorallem in der Zeit direkt nach dem Regimewandel in Moskau wurde die neue Regierung von Beijing sehr genau beobachtet: Die Reformen nach westlichem Vorbild hätten die neu entstandene Föderation in die Arme der Vereinigten Staaten treiben können. Aber selbst wenn Moskaus Kooperation mit der NATO anläßlich des Einsatzes im Kosovo die chinesische Führung anfangs besorgte, so ist die Möglichkeit einer russisch-amerikanischen Bedrohung für Beijing noch in weiter Ferne, da die Differenzen zwischen den ehemaligen Gegnern des Kalten Krieges immer noch groß sind. Auch unter dem demokratischeren und marktorientierteren Regime Boris Jelzins. Aus ähnlichen Gründen18 braucht Beijing auch keine japanisch-russische Kooperation zu fürchten.

Der chinesische Wunsch nach einer strategischen Partnerschaft mit der Föderation entstand in einer Zeit, in der die sino-amerikanischen Beziehungen besonders unter den Spannungen um Taiwan vor den ersten Präsidentschaftswahlen litten, und die militärische Kooperation der USA und Japans durch die "Allianz für das 21. Jahrhundert" ausgebaut wurde. Hier sieht man deutlich wie sehr die sino-sowjetischen Beziehungen von außen geprägt sind. Beijing sucht einen Partner um die nun alleinige Supermacht auszugleichen und Rußland ist mehr als skeptisch gegenüber der NATO-Osterweiterung. In diesem Sinne "einen" die Vereinigten Staaten von Amerika Rußland und China zu einer Front gegen den starken Westen. Ein wichtiger Grund dafür ist die potentielle Bedrohung durch amerikanische Wirtschaftssanktionen oder Protektionismus, deren Konsequenzen mit Hilfe eines neuen Partners für beide Staaten leichter zu tragen wären.

 
Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG

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