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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die sino-russischen Beziehungen nach dem Ende des Kalten
Krieges - Christina Wegener
I. Das Ende des kalten Krieges und der Zusammenbruch der Sowjetunion
als Voraussetzung für die Neugestaltung der chinesisch-russischen Beziehungen
Das Ende des Kalten Krieges bedeutete für die gesamte asiatisch-pazifische
Region eine völlige Umgestaltung der strategischen Architektur. Auf besonders
signifikante Weise zeigte sich diese Veränderung in den sino-russischen
Beziehungen: Vierzigjährige Rivalität scheinen sich in Freundschaft
umgewandelt zu haben.
Chinas globale politische Rolle während des kalten Krieges
war geprägt von seiner Position im strategischen Dreieck mit den beiden
Großmächten. Mit dem Untergang der Sowjetunion verlor Beijing mit
einem Mal an Wichtigkeit für die USA. Die sowjetische Kooperation mit der
NATO bezüglich der zweiten Golfkrise, bewies der Volksrepublik China, daß
mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation eine anti-chinesische Allianz nicht
mehr ausgeschlossen war. Um sich vor der US-amerikanischen "Machtpolitik
mit dem Ziel einer kapitalistischen Weltherrschaft"1
zu schützen, suchte die Volksrepublik China (VRC) die russische Partnerschaft.
Es war Rußlands Schwäche - verursacht durch innenpolitische Probleme
- die diese Partnerschaft möglich machte. Mit der Machtübernahme Gorbatschows
1985 war die Gefahr einer russischen Invasion schon vor dem Zusammenbruch des
sowjetischen Reichs gebannt.
Der Zerfall der Sowjetunion verbesserte Chinas sicherheitspolitisches
Umfeld in signifikanter Weise durch drastische Verringerung der russischen Truppen
und die teilweise Zerstörung von Atomwaffen. Rußland hat außerdem
die militärische und ökonomische Hilfe für Indien und Vietnam
abgebrochen und beide Länder aufgefordert, Spannungen mit China zu verringern
und engeren Kontakt zu etablieren.2
In Korea hat Moskau seinen Streit mit Beijing um Einfluß in Pyongyang
beigelegt.
So entwickelten sich in den 90er Jahre zwischen der Volksrepublik
China und der Russischen Föderation als Nachfolgerin der Sowjetunion die
besten Beziehungen seit den 50er Jahren.
Ziel dieser Arbeit ist es, die neuen Beziehungen auf ihre Basis
zu untersuchen, auf die Motive der beiden Parteien und die Grenzen der Kooperation.
Dafür wird in dem auf diese Einleitung folgenden Teil die Entwicklung der
sino-russischen Beziehungen nach dem Ende des Kalten Krieges anhand der wichtigsten
Verträge, Abkommen und Treffen dargestellt. Während der dritte Teil
dann die jeweiligen Motive, Absichten und Vorteile der Kooperation zusammenfaßt,
konzentriert sich der vierte Teil auf die verbleibenden und oder neu entstandenen
problematischen Aspekte. Das Fazit faßt die sich daraus ergebenden Konsequenzen
für die zukünftige Entwicklung der bilateralen Beziehung zusammen.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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