 |
|
Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
 |
Kooperation oder Antagonismus? - Nicolas Kredel
Die sino-amerikanischen Beziehungen nach dem Kalten Krieg und
die langfristigen chinesischen Interessen der VR China gegenüber den USA
- Zusammenfassung -
"[We should] increase trust, reduce troubles, strengthen cooperation,
and avoid confrontation"
Jiang Zemin über die sino-amerikanischen Beziehungen, 1. 12. 1992
Wie werden die Beziehungen zwischen der aufstrebenden Volksrepublik
China und den Vereinigten Staaten von Amerika im nächsten Jahrzehnt aussehen?
Die westliche Welt scheint ratlos. Prognosen und Planspiele von Wissenschaft
und Politik füllen Bücherwände und Zeitungsarchive - und empfehlen eine ganze
Bandbreite politischer Strategien, von "Containment-Politik" in der Art des
kalten Krieges mit einem neuen Hauptprotagonisten bis hin zu "strategischer
Partnerschaft" auf bilateraler und insbesondere multilateraler Ebene. Die künf-tige
Entwicklung ist vornehmlich insofern unklar, als sie maßgeblich von der künftigen
politischen Ambitionen und Interessen der VRC auf globaler und regionaler Ebene
abhängen wird. Diese allerdings sind alles andere als scharf konturiert. Hier
besteht das Hauptproblem der westlichen Strategen: Quo vadis, China?
Im Zentrum dieser Arbeit steht somit der Versuch, die künftigen
langfristigen Interessen der Volksrepublik China gegenüber den USA zu definieren.
Ein solcher kann nur hypothetischer Natur sein und ist anhand des politischen
Hintergrundes in der VRC und dem Status Quo der sino-amerikanischen Beziehungen
zu ermitteln.
Der Autor vertritt die These, daß sich die Volksrepublik China
zwar einerseits auf multilateraler Ebene mehr in die internationale Gemeinschaft
einbinden wird, andererseits jedoch den Versuch unternehmen wird, eine Gegenposition
zur Hegemonie der USA aufbauen. Eine zunehmende Einbindung in die internationale
Gemeinschaft wird somit von wachsenden Hegemoniebestrebungen im südostasiatischen
Raum begleitet werden, die sich letztendlich gegen die starke Präsenz der USA
richten wird. Der entstehende Konflikt wird sich jedoch zunächst weniger in
klassischer Weise auf das Feld der sicherheitsorientierten globalen Großmachtpolitik
konzentrieren, sondern sich vielmehr in den verschiedenen Einzelsegmenten der
Beziehungen abspielen: Zwar auch auf dem primär regionalen sicherheitspolitischen
Gebiet, jedoch ebenfalls mit wachsender Tendenz im Hinblick auf Handelsfragen
und Menschenrechte. Der, auch sub-governementale, kulturell-politische Hintergrund
der VRC als Gegenentwurf zur Werteordnung der USA wird zunehmende Bedeutung
erlangen und ist somit stärker als bisher zu berücksichtigen.
Die Untersuchung wird folgende Größen im Hinblick auf ihre indiziellen
Eigenschaften für langfristige Interessen der VRC abklopfen:
- Die sino-amerikanische Verhältnis nach dem Kalten Krieg - läßt sich aus
den letzten 10 Jahren eine Kontinuität der chinesischen Haltung gegenüber
den USA ableiten? Folgende Schwerpunkte der sino-amerikanischen Beziehungen
werde separiert und einzeln be-leuchtet: Menschenrechtsfrage, Handelsfragen
(MFN/NTR-Status, Urheberrechtsschutz, WTO-Beitritt), Sicherheitsfragen auf
globaler und regionaler Ebene.
- Die innenpolitische Situation in der VRC - inwiefern werden die politischen
Beziehungen zur USA vom nationalen Selbstbild der VRC und vom chinesischen
Bild der USA beeinflußt?
In einem dritten Teil wird anstelle einer Conclusio der Versuch
unternommen, anhand der zusammengetragenen Indizien auf die langfristige künftige
Politik der VRC gegenüber den USA zu schließen.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
|
 |