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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Sicherheitspolitik der VR China Sicherheitsdoktrinen und die Rolle
der Volksbefreiungsarmee - Andreas Groß
IV. Die aktuelle Sicherheitskonstruktion Chinas
Die Sicherheitspolitik Chinas ist spätestens seit dem Ende
des Ost-West-Konflikts als pragmatische Realpolitik zu bezeichnen, in der die
Ideologie keine bedeutende Rolle mehr spielt. Dies ist schon an den aufgezeigten
Interessen zu erkennen und setzt sich auch bei der Umsetzung dieser Ziele fort.
So umfaßt die Sicherheitskonstruktion sowohl militärische als auch
nicht-militärische Mittel, um der komplexen Zieldefinition möglichst
nahe zu kommen. Die Sicherheitspolitik ist damit einmal gekennzeichnet von dem
Versuch, die allgemeinen bilateralen Beziehung zu unterstützen oder zumindest
möglichst wenig zu belasten. Vor diesem Hintergrund sind vor allem die
noch geringen, aber zunehmenden sicherheitspolitischen Beziehungen zu den Staaten
Asiens und der westlichen Welt zu sehen. Hinzu kommt eine veränderte Militärdoktrin,
die Chinas Bereitschaft zum Gewalteinsatz erstmals begrenzt und im Jahr 1998
mit dem ersten Weißbuch zur Verteidigungspolitik in der Geschichte
der VR China auch transparenter gemacht hat. Dieses Vorgehen dient erstens den
Wirtschaftsinteressen Chinas und untermauert auch seinen Anspruch auf die Stellung
als verantwortliche Weltmacht. Auf der anderen Seite will man Eingriffen in
interne chinesische Angelegenheiten vorbeugen, indem man sich für mögliche
militärische Konflikte in diesem Bereich rüstet und auch in multilateralen
Organisationen zu keinem Souveränitätsverzicht bereit ist. Wann China
tatsächlich bereit wäre, Gewalt anzuwenden (am wahrscheinlichsten
ist dies in Taiwan), ist schwer einzuschätzen. Da aber momentan die wirtschaftliche
Entwicklung ganz oben auf der Agenda der Außen- und auch der Sicherheitspolitik
steht, kann davon ausgegangen werden, daß China nur unter Bedrängnis
einen militärischen Konflikt und die Konsequenz der internationalen Isolation
riskieren wird. Die Aktionen gegenüber Taiwan und im Südchinesischen
Meer weisen allerdings auch darauf hin, daß man zumindest in diesen beiden
Bereichen bis kurz vor diese Grenze zu gehen bereit ist.
Diese Grundzüge der chinesischen Sicherheitspolitik sollen
im folgenden für die Bereiche der Militärpolitik, der bilateralen
Beziehungen und dem Engagement in multilateralen Sicherheitssystemen genauer
untersucht werden.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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