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Projektgruppe Model United Nations, München 2000 |
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Die Sicherheitspolitik der VR China Sicherheitsdoktrinen und die Rolle
der Volksbefreiungsarmee - Andreas Groß
III. Aktuelle Chinesische Bedrohungsperzeptionen und Interessen
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem damit einhergehenden
Ende des Ost-West-Konflikts hat sich auch für China die sicherheitspolitische
Position deutlich verändert. Auf der einen Seite gibt es für die Volksrepublik
momentan keine direkte Bedrohung seitens der UdSSR mehr. Zwar beobachtet China
die Entwicklung Rußlands genau und erkennt in dem westlichen Nachbarn
auch eine potentielle Gefahr, allerdings nur auf sehr lange Sicht. Auf der anderen
Seite hat der Wegfall der weltweiten Bipolarität die regionalen Konflikte
und Spannungen wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Die für
China relevanten Aspekte der Sicherheit beziehen sich folglich vor allem auf
den asiatischen Raum, beziehungsweise die direkten Nachbarn Chinas. Von besonderer
Brisanz ist dabei die Tatsache, daß Asien weltweit die einzige Region
mit ansteigenden Militärausgaben ist.
Die gesamte Sicherheitspolitik Chinas leidet unter dem Gegensatz
von Kooperation und Machtdemonstration. Die Bedrohungsperzeptionen und Interessen
der chinesischen Regierung betreffen so unterschiedliche Bereiche wie wirtschaftlichen
Fortschritt und Territorialansprüche, daß auch die Reaktionen darauf
äußerst unterschiedlich sind. Die Folge ist, daß die chinesische
Sicherheitspolitik in sich eine große Spannung aufweist und die Wahl der
Mittel mal zur einen, mal zur anderen Seite ausschlagen werden. Im folgenden
sollen zunächst die Sicherheitsbedrohungen und Interessen aufgezeigt werden,
bevor in Kapitel IV die konkrete chinesische Sicherheitskonstruktion als Reaktion
auf diese Herausforderungen untersucht werden kann.
| Ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Model United Nations, LMU München, und INSIDE A - Asien Netzwerk AG |
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