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Berlin-Asia-Pacific Filmfestival ging in die
Vorrunde
Im Rahmen der Berliner Asien-Pazifik-Wochen soll sich Festival des
asiatisch-pazifischen Independentfilms etablieren
von Carmen Sztob
Alle zwei Jahre stellen sich in Berlin im Rahmen der Asien-Pazifik-
Wochen die Länder der Region in ihren verschiedenen Facetten vor. Die filmische
Produktion blieb dabei bisher unterrepräsentiert und hatte kein festes Forum.
Das soll sich nun ändern.
Auf Initiative des Indischen Kulturzentrums e.V. wurde in nur
dreimonatiger Vorbereitungszeit eine erste Veranstaltung aus der Taufe gehoben,
die Vorläufer eines fest etablierten Filmfestivals werden soll: das 1. Berlin-Asia-Pacific
Film Festival 2003 (BAPFF) nahm vom 17. bis zum 21. September seinen Probelauf.
In diesem Jahr beschränkte sich die Aufführung auf um die 25
Filme, die hauptsächlich von den entsprechenden Botschaften angeregt als DVD
Version zur Aufführung kamen. Aufgrund des knappen finanziellen und zeitlichen
Budgets konzentrierte sich die Festivalleitung auf eine erste Vorstellung
von unabhängigen Filmproduktionen der betreffenden Länder. Dabei waren nicht
nur aktuelle Produktionen, sondern auch bereits bekannte Filme der letzten
Jahre vertreten. Ziel war es, in diesem Jahr Überzeugungsarbeit für die Grundidee
zu leisten.
Die Vorbereitung erfolgte ohne finanzielle Unterstützung von
außen, weder von Seiten der Akteure der Asien-Pazifik-Wochen noch seitens
anderer öffentlicher Institutionen, sondern allein über private Spenden aus
den Communities, dem Sponsoring einzelner Firmen und dem Einsatzwillen der
freiwilligen Helfer. Diese finanzielle Unabhängigkeit soll auch zukünftig
gewahrt bleiben, um eine weitestgehende Freiheit von politischen und anderen
Vorgaben zu gewährleisten. Einschränkungen werden dafür billigend in Kauf
genommen.
Auch wenn die Veranstaltung sich im Berliner Kulturleben fest
verankern möchte und für das Jahr 2005 bereits einen größeren Maßstab mit
Wettbewerb, Jury und Filmpreisverleihung anstrebt, sieht sie sich nach Auskunft
der Festivalleitung keineswegs in Konkurrenz zur Berlinale, die traditionell
viele asiatische Produktionen aufführt.
Nasir Ali Khan äußerte in Vertretung des erkrankten Festivalleiters
Kamal Roy auf der Pressekonferenz, dazu wäre der Fokus von der Berlinale und dem
neuen geplanten Festival zu unterschiedlich. Man wolle sich in der Präsentation
gerade auf die Filme konzentrieren, die nur wenig Chancen hätten, Eingang
in das Programm der Berlinale zu finden. Das BAPFF verstehe sich als Plattform
für den unabhängigen oder nicht-kommerziellen Film Asiens, Australiens und
Neuseelands.
Zudem wäre ein wichtiger Schwerpunkt in ihrer Arbeit die Schaffung
eines Netzwerkes zwischen unabhängigen Filmschaffenden in Asien und der Pazifikregion,
den in der Diaspora arbeitenden Filmemachern und den Communities vor Ort.
Neben der Unterstützung der asiatisch-pazifischen Filmemacher ziele das Festival
auf die Einbindung der Berliner asiatischen Communities und auf die Schaffung
eines Forums zum interkulturellen Dialog.
Dieser Fokus des Festivals artikulierte sich schon in diesem
Jahr in der Aufführung von aktuellen Produktionen aus Berlin, die von außen
oder aus dem Exil auf Asien blicken, sowie im Rahmenprogramm, das mit Diskussionsforen
Gelegenheit zur Hinterfragung aktueller Entwicklungen im Filmschaffen der
Region bot.
Seinem eigenen Anspruch wurde das Festival in diesem Jahr dennoch
nur bedingt gerecht. Zu kurz war dann doch die Vorbereitungszeit, zu groß
die Defizite in Konzeption und Organisation. Die diesjährig gezeigten Filme
erschienen mehr zufällig und von der Not der Stunde motiviert als konzeptionell
getragen, geregelte Auswahlkriterien konnten nicht benannt werden. Abhilfe
ist für 2005 geplant. Es wird sich zeigen, ob das Indische Kulturzentrum Berlins
tatsächlich in der Lage ist, ein derartig engagiertes Projekt für die Gesamtregion
Asien-Pazifik durchzuführen und in der Berliner Medienlandschaft zu etablieren.
Zur Homepage des Berlin-Asia-Pacific
Filmfestival (BAPFF)
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