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Happy Together - Glücklich vereint?
Zur Dimension von Globalisierung und Nationalkinematografie im Hongkong Film
- von Carmen Sztob
III. DIALEKTIK DER GLOBALISIERUNG
III.B. KONSTRUKTION DES LOKALEN
Im kontemporären Hongkong Film zeigt sich das Lokale nicht mehr als Sphäre des Ausschlusses des Anderen, sondern als sich ständig verändernder Raum, der gerade dadurch die fundamentale Struktur und Realität von Selbstidentität in Frage stellt. Gerade in dieser Art lokal zu sein, zeigt sich das kontemporäre Hongkong Kino als am stärksten international (Abbas 1997, 27f; Lo 2001, 263).
Das Lokale zeigt sich hier als Konstruktion, als bereits verschwundener Ort, der vielleicht zu keiner Zeit außerhalb der Fantasie existierte. "Heimat" und "Zuhause" werden zu imaginären Konstrukten. Sie repräsentieren eher deterrionalisierte Kulturen statt Nationen und basieren auf erfundenen Erinnerungen (Lo 2001, 274).
Auch in dieser Weise findet das Hongkong Kino eine Antwort auf Erfahrungen der Globalisierung. Zunehmend wird die Konstruktion von Tradition, Ethnie, Nation oder anderer Marker von Identität ein entgleitender Prozess. Kultur in Zeiten der Globalisierung ist weniger ein Habitus im bourdieuschen Sinne, sondern ein Bereich der bewußten Wahl, Rechtfertigung und Repräsentation (Appadurai 1996, 44).
So kann auch die Repräsentation des kulturell Lokalen im Hongkong Film auf vielfältige Weise gelesen und rezipiert werden. Von seinen Fans in den urbanen Metropolen Europas und der USA wird der Hongkong Film ganz anders rezipiert als von einer asiatischen Emmigranten-Community. Während die globale Filmgemeinde die Produkte favorisiert, die ihre Vorstellung von globaler Modernität ausdrückt, werden von Exilanten die Formate und Filme favorisiert, die die stärkste Rückbindung an eine imaginäre Heimat versprechen.
Wong zeigt in ihren Ausführungen zur unterschiedlichen Rezeption bei Exilanten und dem "globalen" Publikum deutlich, wie die Wahrnehmung des Hongkong Films von einander abweicht. Nicht nur werden andere Genre und Formate rezipiert, auch einzelne Filme werden anders gelesen. (Wong 1999, 98).
Eine vertiefende Darstellung des Gebrauchs von Film als kulturellem Identitätsmarker in der Exilantenkultur würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die Rezeption des Hongkong Films im Westen konzentrieren.
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