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Happy Together - Glücklich vereint?
Zur Dimension von Globalisierung und Nationalkinematografie im Hongkong Film
- von Carmen Sztob
III. DIALEKTIK DER GLOBALISIERUNG
III.A. GLOBAL - LOKAL
Wenn wir nach obigen Ausführungen das Filmschaffen in Hongkong als Ausdruck kumulierter Globaliserungserfahrung begreifen, heißt dass nun, dass Hongkong als Ort der lokalen Repräsentation aus dem Film verschwindet?
In einer klassischen Definition treten uns lokal und global als antagonistische Begriffe entgegen. Das Lokale ist hier Hauptquelle einer nationalen Identität, die als Kontrast zu eindringenden Kräften des multinationalen Kapitalismus und kulturellem Imperialismus agiert. Das Lokale in Hongkong mag dieser Definition nicht unbedingt entsprechen (Lo 2001, 262f).
Einerseits stellt sich die Frage nach einer eigenständigen kulturellen Identität in Hongkong in besonders dringlichem Maße. Lokalität ist hier Garant politischer Existenz. An der Frage, ob eine eigenständige Identität außerhalb Chinas besteht, hängt Hongkongs soziale und politische Zukunft, da die Forderung nach politischer Autonomie eng mit einer Argumentation nach kultureller Eigenständigkeit verknüpft ist (Abbas 1997, 23; Yau 1994, 183).
Andererseits ist das Lokale in Hongkong bereits essentiell mit dem Anderen verknüpft, wie ich bereits oben ausgeführt habe. Auch Lo Kwai-cheung konstatiert in seiner Betrachtung der Transnationalisierung des Lokalen im Hongkong Film:
The other is always incorported as an essential part of the local. Never is the local a single, unified given; rather it is a multiplication of various cultures and different times (2001, 265).
Lo schließt sich damit der Argumentation Abbas' an, der das Lokale in Hongkong als bereits erfolgte transkulturelle Übersetzung bezeichnet (1997, 12).
Arjun Appadurai beschreibt in seinen hellsichtigen Ausführungen zum Prozess der kulturellen Globalisierung die Spannung zwischen kultureller Homogenisierung und kultureller Heterogenisierung als zentrales Problem globaler Interaktion. Globale Vereinheitlichung und neue Konstruktionen des Lokalen sind nach Appadurai untrennbare Determinanten des gleichen Prozesses: das Eine bedingt das Andere (1996, 32f).
Die Konstruktion des Lokalen in Hongkong zeigt sich in hohem Maße von Dialektik bestimmt. Das Lokale läßt sich nicht mehr als Rückzug in einen traditionellen Raum denken. Lokalität in Hongkong ist immer mit Modernität verknüpft.
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